Ausbildungsmarketing mit Talente im Fokus (Teil 1)

Werner Weitsicht, der Ausbildungsleiter der Max Muster GmbH, schaut nachdenklich aus dem Bürofenster. Die Veranstaltung, die er letzte Woche besucht hat, geht ihm nicht mehr aus dem Kopf. Immer wieder drehen sich seine Gedanken um Themen wie „Social Media“ [1] , „War for Talents“ [2], das Internet, den demografischen Wandel und Ausbildungsmarketing. Aber wie kann er das alles fassen und die richtigen Schlüsse daraus ziehen, um auch in der Zukunft die richtigen Auszubildenden für die Max Muster GmbH zu finden? Bei ihm macht sich das Gefühl breit, auf eine dichte Nebelbank zu schauen, die sich nicht auflöst. Als Pragmatiker beschließt er, der Nebelbank vor seinem Fenster ein Ende zu bereiten und all diese Begrifflichkeiten mit Leben zu füllen. Die Max Muster GmbH soll auch im nächsten Jahr über gut qualifizierte Auszubildende in ausreichender Anzahl verfügen. Entschlossen setzt er sich an seinen PC, beginnt seine Gedanken zu ordnen und die Problemfelder einzugrenzen. Nachfolgend stellt er sich die folgenden Fragen:

• Haben wir in den letzten Jahren auf unsere angebotenen Ausbildungsplätze eine ausreichende Anzahl von Bewerbern erhalten?

• Hatten die Bewerber die richtigen Vorstellungen von den angebotenen Ausbildungsplätzen?

• Haben wir die Voraussetzungen für unsere angebotenen Ausbildungsplätze klar formuliert und positiv dargestellt?

• Haben wir die positiven Aspekte unseres Unternehmens überzeugend formuliert und uns als attraktiver Arbeitgeber präsentiert?

Werner Weitsicht runzelt die Stirn und kommt nach kurzem Überlegen zu einem an sich unbefriedigenden Ergebnis. Nahezu alle Maßnahmen des Unternehmens waren darauf ausgerichtet, die herkömmlichen Wege zu beschreiten und Printanzeigen in den regionalen Tageszeitungen zu schalten. Hier wurden alle Angebote in ein Anzeigenformat gepackt, eine wirkliche Beschreibung der Ausbildungsinhalte des Unternehmens gab es nicht – ganz zu schweigen von der Darstellung des Arbeitgeber- und Unternehmensimage. Die Max Muster GmbH hatte sich unzureichend präsentiert. Ihre Anzeigen hatten sich aus der Vielzahl der Angebote nicht abgehoben, die Zeit der Veröffentlichung war auf zwei Wochenendausgaben beschränkt. Eigentlich ging es nur darum, die Anzeigengröße zu minimieren und sie in schwarz-weiß zu gestalten, damit das Ganze kostenoptimiert präsentiert werden konnte. Dann war da auch noch die mit viel Aufwand vorbereitete Ausbildungsmesse, die den Schülern eher als unterrichtsfreier Wandertag diente und dem Unternehmen keine Resonanz brachte. Die Gespräche an den Messeständen verliefen unbefriedigend, denn die meisten Schüler zeigten sich unvorbereitet und unwissend im Hinblick auf ihre Ausbildungsperspektiven. Hätte die Max Muster GmbH nicht diese bunten USB-Sticks als Werbegeschenke gehabt, hätte man sich den lieben langen Tag gut und gerne mit sich selbst beschäftigen können. Ebenso erfolglos war es, die Unternehmensbroschüren in den Partnerschulen auszulegen. Das alles hat doch mit Ausbildungsmarketing nichts zu tun, gesteht sich Werner Weitsicht ein. Nein – so kann und so wird das bei der Max Muster GmbH nicht nochmals laufen. Entschlossen definiert Werner Weitsicht für sein Unternehmen einen neuen Anspruch, was das Thema Ausbildungsmarketing betrifft. Er bestimmt in einer Checkliste die zukünftigen Ziele für ein professionelles Ausbildungsmarketing:

• Wir steigern die Qualität unserer Bewerber!

• Wir steigern die Anzahl unserer Bewerber!

• Wir bauen unser Wissen über Kenntnisse, Fähigkeiten und Einstellungen der zukünftigen Auszubildenden aus und stärken damit nicht nur unser Ausbildungsmarketing, sondern ziehen daraus auch wichtige Erkenntnisse für unsere zukünftige Personalentwicklung und –bindung!

• Wir verringern den Aufwand und die Kosten für die Suche nach geeigneten Bewerbern!

• Wir vermitteln potentiellen Auszubildenden einen realistischen Einblick in die vor ihnen liegende Berufswelt!

• Wir verringern die steigende Anzahl von Ausbildungsabbrüchen!

• Wir steigern das Image unserer Arbeitgebermarke als Ausbildungsbetrieb nachhaltig!

• Wir nutzen konsequent die sich uns bietenden Möglichkeiten des Internets, sowohl des Online-Recruiting, als auch der vielfältigen Plattformen sozialer Netzwerke!

• Wir wollen als Max Muster GmbH eine dauerhafte und nachhaltige Präsenz aufbauen!

Zufrieden mit diesem ersten Ergebnis lehnt er sich in seinem Stuhl zurück, schließt die Augen und baut an  seiner Vision vom neuen Ausbildungsmarketingkonzept der Max Muster GmbH.

 

Wie Werner Weitsicht sich das Ausbildungsmarketingkonzept seiner Firma ausmalt, lesen sie im zweiten Teil der Geschichte !


[1] Social Media – also soziale Medien – sind Online-Dienste und –Plattformen zur Kommunikation durch Anwender im Internet. Sie werden zum Austausch von Meinungen, Erfahrungen und persönlichen Erlebnissen genutzt. Zudem können digitale Inhalte wie Fotos oder Videos über Social Media kommuniziert werden. Durch Social Media ist eine wechselseitige Interaktion im Internet möglich geworden.

[2] War for Talents – ist das Ergebnis des fortschreitenden demografischen Wandels und beschreibt den Umstand, dass Unternehmen sich heute immer häufiger bei den Bewerbern in einer Bewerbersituation befinden.