Ausbildungsmarketing mit Talente im Fokus (Teil 2)

Wenn Sie Herrn Werner Weitsicht’s Sorgen im Hinblick auf die sich verschärfende Lage auf dem Ausbildungsmarkt noch nicht kennen, dann lesen sie bitte erst Teil 1 meiner Geschichte

Haben sie Teil 1 bereits gelesen finden sie in diesem Teil das neue Konzept Herrn Weitsicht

Man müsste Zugriff auf eine internetbasierte Technologie (SaaS) haben, die es ermöglicht, alle ausbildungsrelevanten Themen zentral zu bündeln, zu verwalten und überall dort zu präsentieren, wo die Zielgruppe der potentiellen Auszubildenden vertreten sein könnte. Ein Startpunkt der Präsentation wäre die Unternehmens-Homepage, aber ohne den immensen Abstimmungsaufwand mit der hauseigenen IT-Abteilung. Auf die Ausbildungsangebote könnte einfach zugegriffen werden, sie wären schnell erreichbar, hätten einen hohen Aktualitätsgrad und wären für den Benutzer freundlich in der Anwendung. Es ist nämlich offensichtlich, dass die Aussagekraft der unternehmenseigenen Karrierewebseite an Bedeutung immer stärker zunimmt. Unabhängig davon, wo der Bewerber ein entsprechendes Stellenangebot findet, wird er sich immer auch auf der Karriere-Webseite des Unternehmens umschauen. Und hier geht es vordergründig nicht darum, sich mit dem Produkt- und Leistungsspektrum des Unternehmens auseinander zu setzen, sondern herauszufinden, ob der Bewerber es mit einem attraktiven Arbeitgeber zu tun hat. Je ansprechender und nutzerfreundlicher die Webseite, je fachlicher und sachlicher, umso wahrscheinlicher ist es, dass sich der Kandidat tatsächlich bewirbt. Der nächste Ausbildungsplatz ist immer nur einen Klick weit entfernt. Sozusagen mit einem Klick werden die Ausbildungsangebote nahezu in Echtzeit auf das unternehmenseigene Karriereportal befördert. Wenn Änderungen anstehen, werden Sie schnellstmöglich umgesetzt und sofort wieder korrekt präsentiert.

Werner Weitsicht stellt sich vor, dass dies auch auf den Schulhomepages der Partnerschulen, oder sogar aller Schulen funktionieren könnte – ohne jeglichen Abstimmungsaufwand mit den Schulen, sondern automatisch mit dem Setzen eines Häkchens innerhalb der verfügbaren Anwendung. Wie lange hatte die Max Muster GmbH eigentlich schon versucht, interessante Schulpatenschaften aufzubauen? Jedes Jahr neue Initiativen, die Ausbildungsangebote am schwarzen Brett der Partnerschulen auszuhängen, um nach kurzer Zeit festzustellen, dass diese bereits überklebt waren. Hinzu kamen die unzähligen Arbeitskreise Schule/Wirtschaft, das jährliche Mitwirken an der Erstellung von regionalen Ausbildungskatalogen und –broschüren.

Wie sieht es aus mit den regionalen Präsentationsmöglichkeiten, die sich bisher weitestgehend auf die Tageszeitungen konzentrierten? Regionale Online-Plattformen könnten jetzt die Angebote suchmaschinenoptimiert in die virtuellen Wohnzimmer der potentiellen Auszubildenden bringen.

Hatte man nicht oft auch darüber nachgedacht, wie man den Aufwand reduzieren könnte, seine Ausbildungsangebote bei der Arbeitsagentur zu veröffentlichen, ohne auf das hauseigene Corporate Design zu verzichten und ohne den immensen Abstimmungsaufwand vor der Veröffentlichung?

Man könnte doch die Karriereseite der Unternehmenshomepage mit einer Marketing- oder Verbandsplattform verlinken, auf der bereits alle wichtigen Berufsbilder der Branche interaktiv dargestellt wären. Man hätte auf dieser Plattform die Möglichkeit, die eigenen Berufsbilder mit den Ausbildungsangeboten der Max Muster GmbH zu koppeln.

Darüber hinaus könnte sich das Unternehmen dauerhaft und suchmaschinenoptimiert präsentieren.

Unternehmen haben schließlich erkannt, das Meta-Suchmaschinen[1], Google und Social Media eine ganze Menge an Traffic auf die Karrierewebseite bringen können. In Zukunft kann auch eine suchmaschinenoptimierte Stellenbeschreibung durchaus qualifizierte Bewerber bringen. Diese wird von den Suchmaschinen (Google, Bing etc.) und den spezialisierten Meta-Jobsuchmaschinen gefunden und somit für Jobsuchende “auffindbar” gemacht. So bekommen Unternehmen auch Long-Tail-Traffic[1]. SEO-Agenturen können sich daher auf eine steigende Anzahl Aufträge für die Optimierung von Karriere-Webseiten freuen. Recruiter müssen sich mit SEO-Grundlagen vertraut machen.

Die Max Muster GmbH wäre auf den gängigsten Social-Media Plattformen mit einem Mausklick vertreten. Das Ausbildungsvideo wäre auf Facebook präsent und als absoluter Höhepunkt der Innovation wäre bei YouTube ein eigener Brand Channel integriert. Dieser würde es dem Ausbildungsleiter erlauben, die Arbeitgebermarke Max Muster GmbH kombiniert mit der Vorstellung aller relevanter Ausbildungsberufe und Berufsbilder interaktiv zu präsentieren und über Banner werblich zu unterstützen. Und dies alles zu vertretbaren Konditionen. Zum Abschluss ein paar wichtige Social Media Kanäle und ein entscheidender Rat:

• Social Network: Social Networks oder soziale Netzwerke ermöglichen Pflege und/oder Aufbau von Kontakten zu Personen. Im Vordergrund stehen das Bilden von Gruppen sowie die Kommunikation von Fotos. Facebook ist hier die führende Plattform;http://www.kununu.com ist zum Beispiel ein Portal zur Bewertung von Arbeitgebern durch Arbeitnehmer.

• Wiki: Wikis sammeln und tauschen Wissen. Der inhaltliche Aufbau, Korrektur und Aktualisierung erfolgt von Nutzern mit gemeinsamen Interessenlagen. Hier ist http://www.wikipedia.de als Beispiel zu nennen.

• Blog: Blogs oder auch Weblogs sind internetgeführte Tagebücher die Sachverhalte aufzeichnen oder Gedanken niederschreiben. Hier ist vor allem http://www.twitter.de zu nennen.

• Foto- und Videoplattformen: Diese Plattformen beinhalten Content in Form von Videos oder Fotos, die entweder privat eingestellt sind oder kommerziell unter werblichen Gesichtspunkten produziert wurden. Die bekannteste Plattform ist http://www.youtube.de .

• Betrachtet man die Möglichkeiten der Social Media unter dem Gesichtspunkt der Tauglichkeit für ein gezieltes Ausbildungsmarketing, ist an dieser Stelle eine dosierte Herangehensweise mit kleinen zielgerichteten Projekten zu empfehlen. Dabei muss die Zielgruppendefinition oberste Priorität haben.

Werner Weitsichts visionärer Traum von einem ganzheitlichen Ausbildungsmarketing nimmt jetzt langsam Konturen an. Seine Vorstellung darüber, was in Zukunft alles zu tun ist, wird immer klarer, als er in seinen Gedanken abrupt durch das Klingeln des Telefons unterbrochen wird.

Er meldet sich. Am anderen Ende der Leitung ist Elmar Elvi von HessenChemie. Er möchte Werner Weitsicht gerne ein neues Projekt seines Verbandes vorstellen, bei dem es darum geht, eine neue Ausbildungsoffensive gemeinsam mit allen Mitgliedern zu starten. Der Verband hat für seine Mitglieder ein Projekt umgesetzt, das es ab sofort erlaubt über eine internetbasierte Technologie alle ausbildungsrelevanten Themen zentral zu bündeln, zu verwalten und überall dort zu präsentieren, wo die Zielgruppe der potentiellen Auszubildenden vertreten ist. Online und in den Sozialen Medien…!


[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Software-on-Demand – Software-on-Demand (dt. Software auf Nachfrage, Abruf-Software) ist ein Service bei dem der Kunde eine bestimmte Software bei dem Anbieter betreiben lässt, der diese auch je nach Anfrage (on-Demand) skaliert. Dieses erlaubt flexible Lizenzierungsformen, bei dem beispielsweise nach Aufwand abgerechnet werden kann. Dies ermöglicht dem Anwender einer solchen Anwendung den weltweiten Zugriff auf seine meist browsergestützte Softwarelösung (es wird nur ein Webbrowser und Internetzugang für die Benutzung der Software benötigt).

[2] http://www.cpwissen.de/Audio-Video/items/auf-youtube-wirken-unternehmensvideos-viel-emotionaler-2111.html, Die kommunikative Ausrichtung und die Möglichkeit, mit dem User zu interagieren, machen YouTube für Personaler und Recruiter zu einem wirksamen Instrument . YouTube stellt zu diesen Zwecken sowohl einen klassischen Kanal als auch einen sogenannten Markenkanal (Brand Channel) zur Verfügung. Der Brand Channel erlaubt individuelles Design und weitere optionale Features wie beispielsweise den Kanalbanner oder Banner für die Videoseite zu nutzen.